Dieser Open Call ist beendet.
Eckdaten
Ort: Gemeindehaus Friebritz, Gemeinde Fallbach, Weinviertel, Niederösterreich
Wie viele Künstlerinnen pro Residency?
Pro Residency wird eine Künstlerin eingeladen (Dauer: 2 Wochen). Insgesamt gibt es über den Projektzeitraum drei Residencies.
Residency 1: 23. Mai 2026 – 6. Juni 2026
Residency 2: 6. Juni 2026 – 20. Juni 2026
Residency 3: 20. Juni 2026 – 4. Juli 2026
Residency Fee: € 500 pro Künstler:in / Residency
Wie groß ist der Raum genau?
Das Gemeindehaus Friebbritz verfügt über
- einen großen Hauptraum mit ca. 30 m²
- einen kleinen abgetrennten Bereich mit Kühlschrank
- ein WC sowie eine angrenzende Scheune mit ca. 15 m²
Eröffnung und Vorstellung aller Projekte: 23. Mai 2026, um 19:00 Uhr
Showing/Kompostsalon-Termine: 6. Juni, 20. Juni und 4. Juli 2026, jeweils um 19:00 Uhr
Abschlussveranstaltung mit Performance-Brunch in Kooperation mit Regina Picker: 11. Juli 2026 um 11:00 Uhr
Bei Fragen zum Open Call wendet euch gerne an:
Nico Wind
Nico.wind@toechterderkunst.at
Bei der Eröffnung am 23. Mai werden alle drei Residency-Projekte im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung vor Ort präsentiert.
Am Ende jeder Residency sind kleinere, informelle Veranstaltungen (Kompostsalons) geplant. Am 6. Juni, 20. Juni und 4. Juli findet jeweils ein Showing bzw. eine Präsentation der entsprechenden Residency mit einem kleinen Rahmenprogramm statt.
Am 11. Juli ist eine Abschlussveranstaltung in Kooperation mit Regina Picker geplant. Dabei wird es einen Performance-Brunch geben, bei dem die Projekte zum Abschluss gezeigt und präsentiert werden.
Was wir suchen
Wir laden Künstler*innen ein, sich im Rahmen einer zweiwöchigen, partizipativen Residency mit dem Thema KOMPOST auseinanderzusetzen. Die zwei Wochen können flexibel eingeteilt werden; eine durchgehende Anwesenheit vor Ort ist nicht erforderlich.
Gesucht werden künstlerische Positionen, die partizipative Formate entwickeln und dabei die Geschichte des Ortes sowie die Lebensrealitäten, Erfahrungen und Perspektiven der Menschen in Friebritz und der Gemeinde Fallbach aktiv einbeziehen und reflektieren.
Die Residency versteht sich nicht als Rückzugsort, sondern als offener Prozess im Dialog mit dem Ort. Die Einbindung der lokalen Bevölkerung ist ausdrücklich erwünscht und zentraler Bestandteil der Residency.
Alle ausgewählten Künstler*innen sind bei der Eröffnung am 23. Mai sowie bei der Abschlussveranstaltung am 11. Juli anwesend und präsentieren ihre Arbeit. Zusätzlich ist die Teilnahme an einem öffentlichen Termin (Kompostsalon) entweder am 6. Juni, 20. Juni oder 4. Juli 2026 vorgesehen.
Offen für alle Genres
Willkommen sind performative, installative und ausstellungsbasierte Arbeiten ebenso wie bildende, soziale, musikalische, literarische, forschende und interdisziplinäre Ansätze.
Bevorzugt werden Prozessarbeiten, die sich noch im Entstehen befinden. Auch die Weiterentwicklung bestehender Projekte ist möglich.
Ausgangslage
Im Zeitraum von 15. Mai bis 19. Juli 2026 verwandeln die Töchter der Kunst das leerstehende Gemeindehaus in Friebritz (Gemeinde Fallbach) im Rahmen einer Zwischennutzung in einen künstlerischen Raum der Auseinandersetzung und Begegnung.
Die Region des Weinviertels ist geprägt von vielfältiger Natur, einer lebendigen Kulturlandschaft und einer Gemeinschaft, die in lokalen Traditionen verwurzelt ist. Zugleich ist der Ort Teil einer bewegten Geschichte, die auch durch die Ereignisse des 20. Jahrhunderts und ihre geografische Lage im Grenzraum geprägt wurde.
Zwischen Natur, Tradition und Wandel finden sich sichtbare und weniger offensichtliche Spuren vergangener Entwicklungen, die bis heute nachwirken und Fragen an Gegenwart und Zukunft stellen.
Thema: KOMPOST
Im Mittelpunkt der Residency steht die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Begriff „Kompost“ – lateinisch compositum, „das Zusammengestellte“.
Kompost fungiert hier zugleich als Metapher, Material und Methode und eröffnet vielfältige inhaltliche und formale Zugänge:
- Ökologisch:
Kompost als Grundlage fruchtbaren Bodens, als Sinnbild für Kreisläufe, Wiederverwertung und nachhaltiges Wirtschaften – für ein anderes Verhältnis zur Erde. - Posthumanistisch:
Kompost als Denkfigur, in der Mensch, Tier, Natur und Material nicht hierarchisch, sondern gleichwertig gedacht werden. - Historisch:
Kompost als Prozess des „Verarbeitens“ und „Transformierens“ von Geschichte – besonders relevant an einem Ort, der von den Frontlinien des Zweiten Weltkriegs und der Nähe zum Eisernen Vorhang geprägt ist. - Feministisch:
Kompost als nährendes, verbindendes Prinzip – Frauen als „Humus“ von Familie und Gesellschaft, im übertragenen wie im realen Sinn. - Leerstand:
Viele Häuser im Weinviertel stehen leer. Wie können wir mit diesem Leerstand umgehen? Welche Formen der Umnutzung, Wiederbelebung oder temporären Aneignung sind möglich?
Das Gemeindehaus als Experimentierfeld
Das leerstehende Gemeindehaus in Friebritz wird im Zeitraum von 15. Mai bis 19. Juli zu einem Experimentierfeld: einem Ort, an dem Abbau, Aufbau und Wiederbelebung ineinandergreifen.
Es ist ein Ort, an dem künstlerische Praxis und ländlicher Alltag aufeinandertreffen und im Austausch mit den Menschen vor Ort neue Perspektiven entstehen.
Gesucht sind künstlerische Prozesse, die diesen Austausch ernst nehmen und den Ort nicht nur als Rahmen, sondern als aktiven Teil der Arbeit begreifen.
Ziel
Ziel ist es, die unterschiedlichen Spuren und Fragestellungen dieses Ortes in künstlerische Prozesse einzubringen, weiterzudenken und daraus neue Erzählungen entstehen zu lassen.
Im Mittelpunkt stehen das Erproben zeitgenössischer künstlerischer Perspektiven, der Aufbau eines offenen, niederschwelligen und interdisziplinären Kunstresidency-Ortes sowie langfristig die Entwicklung eines Netzwerks für ländliche Kunstresidenzen in Österreich.
Voraussetzungen
Die Residency umfasst eine zweiwöchige Projektphase, in der eine teilweise Arbeit vor Ort vorgesehen ist. Eine durchgehende Anwesenheit ist nicht erforderlich.
Die Teilnahme an der Eröffnung am 23. Mai sowie an der Abschlussveranstaltung am 11. Juli (Samstag) ist verpflichtend. Zusätzlich nehmen die Künstler*innen an einem öffentlichen Kompostsalon teil, der der Präsentation und dem Austausch mit der lokalen Bevölkerung dient.
Die Kompostsalons finden samstags tagsüber statt und sind als offene, informelle Begegnungsformate angelegt.
Was wir bieten
- Eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 500 € pro Künstler*in für die zweiwöchige Residency.
- Unterkunft mit eigenem Zimmer in einem Haus mit Garten (im Haushalt leben Tiere)
- Verpflegung während der Aufenthalte vor Ort
Die Residency umfasst eine zweiwöchige Projektphase, die zeitlich flexibel eingeteilt werden kann; eine durchgehende Anwesenheit vor Ort ist nicht erforderlich. Verbindlich ist die Teilnahme an der Eröffnung am 23. Mai (öffentliche Präsentation des Projektvorhabens), an einem weiteren öffentlichen Präsentationstermin am 6. Juni, 20. Juni oder 4. Juli 2026 sowie an der Abschlussveranstaltung am 11. Juli.
Alle Einreichenden werden im März per E-Mail über das Ergebnis des Auswahlverfahrens benachrichtigt.
Ein Projekt der Töchter der Kunst
